Kategorien
Allgemein Stricken Unterwegs

Dezember 2019 und kleiner Jahresrückblick

… und so schnell ist 2019 dann auch schon wieder vorbei. Gerade der Dezember ist nur so vorbei gerast, jedenfalls kam mir das so vor, aber das mag auch am Urlaub und an der Weihnachtszeit gelegen haben. Aus diesen Gründen habe ich auch relativ viel zu erzählen – und am Ende ziehe ich auch noch ein kleines Fazit zum ganzen Jahr.

La Crau

La Crau

Natürlich wurde auch im Dezember gestrickt, wie sollte es denn auch anders sein? Noch dazu hatte ich ab dem 12. Dezember frei und damit auch reichlich Zeit dafür. Daher sind in diesem Monat vier (!) Projekte fertig geworden – aber das lag zum Teil auch am Mach-das-UFO-fertig-FAL (FAL = Frickel-along) des Frickelcasts. Im Zuge dessen wurde im Dezember auf Instagram gemeinschaftlich an den UFOs (= unfinished objects) weitergearbeitet, die sich so angehäuft hatten. Idealerweise wurden die Projekte natürlich fertiggestellt, aber ribbeln war auch okay.
Ich hatte den La Crau von Melanie Berg auch schon etwas länger auf den Nadeln. Wenn ich Ravelry konsultiere, hab ich ihn bereits am 31. August angeschlagen – ich erinnere mich auch daran, dass ich im Sommer auf einer Bank im Schrevenpark saß, Podcast gehört habe und dabei den La Crau angeschlagen habe. Lang ist’s her.
Das eigentlich ja wunderschöne Tuch beginnt leider mit einer Sequenz, bei der man 206 Reihen nur rechte Maschen strickt. Die Reihen sind zwar anfangs noch recht kurz, werden durch die Zunahmen aber auch schnell und beständig länger. Irgendwie kam ich da nicht so richtig rein, weshalb es wohl auch so lange gedauert hat, das Tuch abzuketten.
Aber dann war es endlich so weit und ich konnte das riiiesige Ding blocken und tragen. Gestrickt habe ich aus der Remmidemmi von Frida Fuchs (Kieselerde und Hokkaido) und der Merino Nylon Sock von Samelin Dyeworks (Raven Queen). Wie man vielleicht erahnen kann, hab ich das Tuch als Halloween-Tuch konzipiert. Hat zeitlich nicht ganz geklappt. *räusper*
Die Wolle von Frida Fuchs hat eine Lauflänge von 425 m, was auch nötig war, denn das Schwarz mit seinen 400 m ging mir bei der letzten Musterwiederholung leider aus. Da es zum Glück Schwarz ist, konnte ich mir mit einem Rest 0815-Sockenwolle behelfen und musste nicht nachordern. Es fällt auch kaum auf, sieht man glaub ich nur, wenn man es weiß. Also, wenn ihr euch auch mit dem Gedanken tragt, einen La Crau zu stricken, dann plant großzügig mit der Wolle! Ich bin aber auch eher ein lockerer Stricker und habe natürlich auch nicht die in der Anleitung angegebene Wolle benutzt.
Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit meinem La Crau, er ist schön groß und kuschelig und die Farben gefallen mir auch sehr. Er wurde auch schon ausgiebig ausgeführt.

Darkwater Sweater

Das nächste Projekt, das im Mach-das-UFO-fertig-FAL abgeschlossen wurde, war mein Darkwater Sweater von Jennifer Steingass. Auch der machte schon eine ganze Weile Urlaub auf Sleeve Island, den hab ich irgendwann Ende September angeschlagen. Da war ich nämlich mit meiner Freundin Anna von Fishhead Creations auf dem „Wolle zwischen den Meeren“-Festival in Silberstedt und habe bei Ovillo drei wunderwunderschöne Stränge Merinowolle in einem traumhaften tiefen Rot erstanden, die ich dann zu Hause umgehend für den Darkwater Sweater angeschlagen habe. Das musste einfach sein. Kennt ihr das, wenn ihr ein Projekt einfach dazwischen schieben müsst, weil es euch so dermaßen in den Fingern juckt? Ich konnte einfach nicht wiederstehen.
Naja, so schön die Wolle auch ist – Ärmelstricken ist und bleibt ein langweiliges Geschäft, weshalb der Pulli nach dem Körper erst mal wieder ein paar Wochen in seinem Projektbeutel verschlief. Da ich ich die Stränge auf Anraten von Corinna von Ovillo abwechselnd verstrickt habe, hatte ich noch weniger Motivation, damit weiterzumachen.
Am Ende wollte ich den Pulli dann aber auch endlich anziehen, also biss ich die Zähne zusammen und kämpfte mich durch die Ärmel. War am Ende dann auch gar nicht sooo schlimm, ihr habt ja recht. Und jetzt, wo er fertig ist, bin ich so richtig verliebt und will ihn gar nicht mehr ausziehen. Er passt richtig gut. Ich habe die Größe gewählt, die etwas kleiner als mein Brustumfang angegeben war, da ich erfahrungsgemäß eher locker stricke. Das hat gut funktioniert, die Länge kann man ja eh immer selbst bestimmen. Ich bin wirklich sehr zufrieden und habe bereits den nächsten Pullover von Jennifer Steingass auf den Nadeln. Dazu dann aber mehr nächsten Monat. Oder übernächsten.

Weihnachtsmarkt in Flensburg

Bei uns ist es mittlerweile auch Tradition, in der Vorweihnachtszeit unter der Woche an einem Vormittag nach Flensburg auf den Weihnachtsmarkt zu fahren. Mein Freund hat dort studiert und ich finde die Stadt sehr schön. Dieses Jahr waren wir dann sogar zweimal da, weil an einem Samstag ein Treffen mit den ehemaligen Studienkollegen anstand – da Samstage auf Weihnachtsmärkten ja aber meistens eher furchtbar sind, sind wir ein paar Tage später ein zweites Mal nach Flensburg gefahren. Das war dann auch sehr schön, bei bestem Wetter. Dabei ist uns dann aufgefallen, dass das Schleswig-Holstein-Ticket der Bahn zwischen diesen beiden Fahrten offenbar um einen Euro teurer wurde. Kann man ja mal machen, wenn man 2020 die Preise für die Fernreisen senken muss. Danke, liebe Bahn. In Flensburg besuche ich dann immer sehr gerne die „Wollsucht“ in der Roten Straße. Dort gibt es nämlich all die Wolle, die ich hier in Kiel leider nicht im Einzelhandel bekomme. Deshalb decke ich mich dort dann immer gut ein.

Oslo Hat – Mohair Edition

Vom Halstuch, das ich meinem Vater zu Weihnachten geschenkt habe, hatte ich noch ein Knäuel Sandnes Alpakka Silke über. Irgendwann fiel mir ein, dass ich mal von meinem Bruder zum Geburtstag ein Knäuel Kidsilk Mohair in einer ähnlichen Farbe bekommen hatte und nicht so recht wusste, was ich damit anstellen sollte. Die Lauflänge der beiden Garne passte zusammen und meine Wahl fiel auf die Mütze Oslo – Mohair Edition von PetiteKnit.
Angeschlagen war sie dann auch fix, aber ich war sooo genervt vom Stricken der Mütze auf dem Nadelspiel. Andauernd flutschten die Maschen von den Metallnadeln. Erst habe ich mir Maschenstopper gekauft, die aber leider auch nicht geholfen haben. Also hab ich mir in der Wollsucht in Flensburg kurzerhand noch ein 40-cm-Seil und kurze Nadelspitzen in 3,0 mm gekauft – denn in meinem eigentlich tollen Rundnadelset fehlen ausgerechnet die 3,0-Nadeln.
Mit neuer Ausrüstung war die Mütze dann fix gestrickt – insgesamt hab ich 10 Tage gebraucht, inklusive des Kaufens der neuen Nadeln. Die Konstruktion fand ich sehr interessant, ganz anders, als ich erwartet hatte. Bei den Abnahmen hab ich ein paar Fehler gemacht und ich musste auch etwas früher damit beginnen, weil mir das Garn ausging, aber sie passt trotzdem ganz gut. Und ist schön kuschelig.

Broken Seed Stitch Socks

Ebenfalls in Flensburg bei der Wollsucht hab ich ein supertolles grünes Sockengarn im Angebot geschossen (hab die Banderole leider verlegt) und damit die Broken Seed Stitch Socks angeschlagen, die ich auch schon lange in der Queue hatte. Durch das abwechslungsreiche Muster waren auch die echt schnell fertig. Laut meiner Anleitung soll man die gewöhnliche Anzahl Maschen anschlagen – in meinem Fall also 56. Allerdings sind die Socken jetzt doch sehr weit am Schaft, sie rutschen fast vom Fuß. Schade. Ich hab noch genug Garn über, vielleicht stricke ich sie noch mal enger und trage das erste Paar dann in Schuhen, da ist ein weiter Schaft ja nicht so schlimm. Ich bin aber wie gesagt auch jemand, der recht locker strickt.
Diese Socken waren mein Weihnachts- und Silvesterprojekt, dass ich zu meinen Eltern und nach Föhr, wo wir bei Freunden Silvester verbracht haben, mitgenommen habe. Dafür waren sie echt gut geeignet.

Jahresrückblick 2019

Insgesamt war 2019 aber ein recht zufriedenstellendes Jahr.
Beruflich war sehr schön, dass ich komplett im Homeoffice arbeiten konnte. Das hat meine Lebensqualität deutlich gesteigert und ich hatte viel mehr Zeit, mich den schönen Dingen des Lebens zu widmen.
Wie zum Beispiel dem Stricken. Da habe ich dieses Jahr sooo viele Meilensteine genommen, Wahnsinn. Meine ersten Colourwork-Pullis, die auch passen, fertig gestellt, und so manche neue Technik „gemeistert.“ Ich hatte mir bei Ravelry das Ziel gesetzt, 2019 zwölf Projekte abzuschließen. Am Ende waren es dann 34. Ups.
Seelisch geht es mir durch meine Ausgleichsmöglichkeiten Stricken und Yoga auch ganz gut.
Und persönlich war das Jahr sowieso der Hammer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.