Dienstreise nach Ittersbach

Am Mittwoch war es so weit: Meine erste richtige Dienstreise! So mit Übernachten im Hotel und so!
Es ging nach Ittersbach bei Karlsruhe, wo ich für meine Firma eine Zertifizierung erwerben sollte. Ich durfte drei Nächte im Hotel verbringen, weil mich eine achtstündige Zugfahrt von meinem Zuhause trennte, aber auch kein Flughafen nah genug an meinem Wohnort ist, damit sich ein Flug lohnt. Und einen Direktflug von Hamburg gab es sowieso auch nicht.

Was sich zunächst ziemlich entspannt anhörte – 1. Klasse, Sitzplatzreservierung im Ruheraum, bis Karlsruhe nicht umsteigen – wurde am Mittwochmorgen jäh zum Albtraum. Mein Zug fiel aus. Bzw., er fuhr erst ab Hamburg. Ich also Hals über Kopf zum Bahnhof getobt, dort in den nächsten Regionalexpress – das „-express“ können die sich eigentlich echt sparen – gesprungen und bis Hamburg gebetet, dass ich den Zug noch erreichte. Ich hatte neun Minuten zum Umsteigen und fünf Minuten Verspätung. Aber – es hat geklappt. Als ich dann schweißüberströmt auf meinem reservierten Erste-Klasse-Sitzplatz saß, ebbte das Adrenalin langsam ab. Mit sowas kann ich ja echt nicht um.

Die restliche Reise gestaltete sich aber relativ ereignislos, bis ich am frühen Abend mein Ziel erreichte. Ich war allerdings ziemlich ernüchtert – praktischerweise befand sich das Hotel direkt neben dem Schulungsort, dementsprechend aber halt in einem klassischen Gewerbegebiet, wie man es sich vorstellt. Sprich, tote Hose nach 18 Uhr.

Da ich mich nun aber im Badischen befand, ging ich mit meiner Kollegin noch im Nachbarort Käsespätzle essen. In der Bahn dorthin begleitete uns ein äußerst gruseliger Geselle, der permanent wie ein Navi redete („Bitte nehmen Sie die nächste Autobahnausfahrt“) und offensichtlich nicht ganz Herr seiner Sinne war … Das war ein bisschen creepy. Die Spätzle waren aber gut und das lokale Bier auch, daher war dieser Zwischenfall auch bald vergessen.

Die nächsten Tage verbrachte ich dann hauptsächlich auf der Schulung. Am Donnerstag schüttete es wie aus Eimern, aber ich brauchte dringend noch mein Geocaching-Souvenir für Baden-Württemberg, deshalb brach ich nichtsdestotrotz in den nahen Wald auf. Als Nordlicht ist man Regen ja gewohnt.

Denkste.

Ich kämpfte mich bis zu dem nächstgelegenen Geocache durch, barg ihn tapfer, trotz Matsch-Gerutsche und Unterholzakrobatik, und machte mich flugs wieder auf den Rückweg. Schön war das nicht. Einzig der Sonnenuntergang versöhnte mich später etwas mit diesem Tag.

Heute (Freitag) war das Wetter dann aber wieder etwas freundlicher und ich nahm die S-Bahn ins nahegelegene Örtchen Waldbronn, wo ich zunächst den Kurpark besichtigte und dann dem (momentan leider ausgetrockneten) Hetzelbach in den Ortsteil Busenbach (hihi) folgte und endlich ordentlich geocachen konnte. Auch recht erfolgreich, sechs Verstecke konnte ich finden. Nebenbei genoss ich die Aussicht auf die umliegenden Berge. 

Das war ein schöner Abschluss. Jetzt bin ich zurück im Hotel und schlage die Zeit tot (lokales Bier ist hilfreich dabei), bis ich morgen um halb sieben (urgh!) aufstehen muss, um den Heimweg anzutreten. Es ist etwas gruselig, da das Hotel nicht permanent besetzt ist und nur wenige Gäste ihr Wochenende an diesem abgelegenen Ort zu verbringen scheinen. Shining-Feeling …

 

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